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Mit
berechtigtem Stolz darf der Sportverein Waldwimmersbach bei seinem 50jährigen
Jubiläumsfest in der Zeit vom 7. bis 13. Juni 1982 auf seine Vereinsgeschichte
zurückblicken. In unserer Rückschau wollen wir hauptsächlich
mit Dankbarkeit den Fußballpionieren gedenken, die vor nunmehr
über 50 Jahren die Gründung unseres Vereines vornahmen.
Die jungen, sportbegeisterten Männer hatten es in den Anfangszeiten
sehr schwer. Fußball wurde immer schon gerne gespielt, aber die
Älteren hatten wenig Verständnis für das Spiel der Jugend.
In den meist kleinbäuerlichen Betrieben mussten die Jungen kräftig
mithelfen, um die landwirtschaftlichen Arbeiten zu bewältigen.
Wenn es irgendwie möglich war, drückte man sich vor der Arbeit.
Auf irgendeiner Wiese wurde Fußball gespielt, bis der Feldschütz
oder Eigentümer kam; dann musste man rechtzeitig verschwinden.
Doch der Wille zur geregelten Sportausübung setzte sich durch.
Die Unentwegten beschlossen, sich zu einem Verein zusammenzuschließen.
Die Vereinsgründung fiel in eine wirtschaftlich schlechte Zeit.
Trotz Arbeitsmangel und dauernder Geldknappheit wagte man den Start.
So kam es am 8. Juni 1930 zur Gründungsversammlung im Gasthaus
zum Hirsch. Zum 1. Vorstand wurde Karl Heißler und zum 2.Vorstand
Ludwig Wagner gewählt. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 30 Pfennig
festgesetzt. Der erste vereinseigene Fußball wurde bei Schuhmacher
Grab in Aglasterhausen zum Preise von 12.90 Mark erstanden.
Mit dem Fußballplatz haperte es. Erst wurde auf den Dorfwiesen
gespielt. Nach dem Spiel mussten die Torpfosten wieder entfernt werden.
Dann versuchte man sein Glück auf den Ackerwiesen, und endlich
war man so weit, dass ein - wenn auch kleiner - Sportplatz in den Bruäckern
zur Verfügung stand. Das Gebiet wurde aber nach dem Kriege Bauland,
und so musste man wieder umsiedeln. Weit ab vom Dorf im Büschel
entstand der 4. Platz. Jedoch auch hier war des Bleibens nicht lange.
Die Angrenzer waren mit dieser Lösung gar nicht zufrieden, denn
beim An- und Abmarsch zu den Spielen wurden ihre Wiesen und Äcker
nicht geschont. Durch die Initiative
von Bürgermeister Geiß und der damaligen Vorstandschaft,
allen voran Heinrich Laber, wurde in der Wolfing von vielen Einzelbesitzern
Gelände zusammengekauft und nach viel Eigenarbeit der Vereinsmitglieder
entstand ein Sportplatz, der auch heute noch am gleichen Ort seine Funktion
erfüllt.
In den Wirren der dreißiger Jahre mit seinen politischen Fehden
gab es für kurze Zeit sogar zwei Sportvereine, die sich aber bald
wieder einigten und an einem Strang zogen.
Aus dem Schriftführerbuch, das sorgfältig geführt wurde,
ist zu entnehmen, dass in den Jahren bis 1935 mit wechselvollem Glück
gespielt wurde. Die Mannschaft gab meist ihr Beates. Es fehlte auch
nicht an Hitzeblitzen, die manchmal über den Strang schlugen, aber
es blieb immer im Rahmen des Erträglichen. Waren es zu Beginn des
Vereinslebens Schwierigkeiten in wirtschaftlicher Hinsicht, die gemeistert
werden mussten, so stellte sich ab 1935 ein Mangel an Spielern ein.
Die jungen Männer wurden zum Arbeitsdienst oder Wehrdienst eingezogen,
sodass ein ordentlicher Spielbetrieb kaum mehr aufrecht erhalten werden
konnte. Der Kriegsbeginn brachte den vollkommenen Stillstand im Vereinsleben.
Der Spielbetrieb ruhte bis nach dem Krieg die Heimkehrer wieder im Ort
waren und zusammen mit fußballbegeisterten jungen Männern
dem runden Leder wieder nachjagten. Am 11. Mai 1946 fand im Gasthaus
zum Lamm die Erneuerung des Vereins statt, wobei Heinrich Lenz und Ludwig
Laier mit der Leitung des Sportvereins betraut wurden. Der Beginn war
verheißungsvoll. Spielpartner waren damals Lobenfeld, Spechbach,
Mückenloch, Dilsberg, Waldhilsbach und Gaiberg. Wir brachten es
bis zum Endspiel um die Kreismeisterschaft unterlagen dann gegen Schlierbach
mit 2:3. Mit wechselvollem Glück traf man sich nun bei vielen Verbands-
und Freundschaftsspielen, sowie zahlreichen Sportfesten mit den Nachbarvereinen.
Fast immer waren wir im vorderen Tabellendrittel, doch nie glückte
seinerzeit der letzte Sprung in die A-Klasse. Der Kameradschaftsgeist
war gut, und so war es auch möglich, mit viel eigenem Einsatz ein
längst notwendiges Clubhaus zu schaffen. Bisher mussten sich die
Spieler im Freien umziehen und im Bach neben dem Sportplatz sich nach
manchen harten Kämpfen von Kopf bis Fuß waschen.
Zum 25jährigen Vereins Jubiläum, das am 4. und 5. Juni 1955
groß gefeiert wurde, fand ein Fußballturnier statt, das
dem Verein erneuten Auftrieb gab. Es entstanden Pläne zur Erweiterung
des Clubhauses und des Sportplatzes. Es kostete sehr viel Ausdauer und
Einsatz des Vorstandes August Stumpf und den Vereinsmitgliedern, bis
es so weit war. Schwierige Grundstücksverhandlungen und sogar eine
Bachregulierung waren notwendig. Der Platz erhielt später eine
Umgrenzung, eine Drainage und Flutlichtanlage.
Ein wohlgelungenes Sportfest vom 16. bis 18. Juni 1967 war ein Beweis
für die Einsatzbereitschaft des Vereins und seiner Mitglieder.
Mit besonderer Freude gedenkt man der ersten Erringung des Odenwaldpokals
am 26. Mai 1968 in Waldhilsbach.
Die Vorstandschaft trug sich schon lange mit dem Gedanken, ein ganz
neues Sportheim zu bauen und in dieser Zeit wurde es nun in Angriff
genommen. Zahlreiche Sitzungsprotokolle zeugen von intensiven Vorbereitungen.
1969/70 war ein langer und harter Winter und im Schneesturm wurde das
Dach eingedeckt. Ohne die freiwilligen Arbeitseinsätze der Mitglieder
wäre es trotz finanzieller. Hilfen nicht möglich gewesen,
dieses Sportheim zu bauen. Ostern 1970, am Tag der offenen Tür,
konnte man stolz ein solides Werk vorzeigen. In diesem Jahr wird sogar
ein Erweiterungsbau mit Terrasse vollendet, der das Angebot an Umkleide-
und Duschräumen noch vergrößert.
Ein großes Fest feierte der Verein im Juni 1970 aus Anlass des
40jährigen Vereinsjubiläums. Zahlreiche Gäste waren erschienen
und Vorstand August Stumpf konnte viele Ehrungen durchführen, Vertreter
des Badischen Fußballverbandes sprachen dem Verein für seine
Leistungen Anerkennung aus. Die Turnierspiele an den Festtagen wurden
für die Zuschauer und Aktiven ein großes Erlebnis. Der Verein
nahm nun in den kommenden Jahren eine stetige Aufwärtsentwicklung.
Durch Kameradschaft und immer wieder neues Zusammenfinden, aber besonders
auch durch Trainingstätigkeit, gelang unserer 1. Mannschaft in
der Saison 1975/76 zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte der langersehnte
Aufstieg in die A-Klasse. Das ganze Dorf feierte mit, es wurden Umzüge
veranstaltet und um Mitternacht auf dem Sportplatz getanzt. Der Triumph
wurde vervollständigt durch die 2. Mannschaft, die ebenfalls Meister
ihrer Staffel wurde, sowie der A-Jugend des Vereins, welche die Kreisliga-Meisterschaft
errang und später sogar in der Bezirksliga Rhein-Neckar spielte.
Drei Meisterschaften, ein wohl einmaliges Jahr in der Vereinsgeschichte.
Die bereits Ende der fünfziger Jahre begonnene Jugendarbeit wurde
in diesen Jahren intensiv betrieben und forciert und war für die
Aufwärtsentwicklung des Vereins sehr von Bedeutung. Ein wohl einmaliger
Erfolg gelang der A-Jugend 1977, als sie gegen den FC Birkenfeld Badischer
Pokalsieger nach Elfmeterschießen wurde, und starke Clubs wie
den SV Sandhausen und Wiesental zum Ausscheiden zwang.
Durch die Zusammenlegung der beiden A-Klassen in eine A-Liga, musste
unsere 1. Mannschaft recht unglücklich 1 Jahr später wieder
absteigen. Aber bereits in der Saison 1978/79 gelang in zwei unvergessenen
Entscheidungsspielen gegen die SG Lobenfeld bereits der Wiederaufstieg
in die A-Liga. Durch den enormen Spiel- und Trainingsbetrieb der zahlreichen
Mannschaften wurde das Spielfeld sehr in Mitleidenschaft gezogen. Der
Antrag an die Gemeinde, eine neue Sportanlage zu errichten, war keine
Fehlbitte.
Es war zwar für die Vorstandschaft und die Aktiven keine leichte
Zeit, die 2 Jahre Platzneubau zu überbrücken und daran mitzuhelfen,
die Senioren trugen ihre Spiele in Meckesheim aus, die Jugend spielte
auf dem alten Sportplatz in Reichartshausen und es fehlten finanzielle
Einnahmen, aber heute sind der Rasenplatz und die Trainingsplätze
eine Bereicherung für unsere Ortschaft und für den Verein
eine wichtige Grundlage für die Arbeit in der Zukunft. Im Lokalderby
gegen die SG Lobenfeld am 23.8.1981 wurde der neue Rasenplatz seiner
Bestimmung übergeben. Wir sind glücklich darüber, dass
wir zum 50jährigen Jubiläum, das wir bedingt durch den Sportplatzneubau
erst jetzt feiern können, eine solche Anlage mit einem vereinseigenen
Sportheim haben und schauen mit Zuversicht auf die vor uns liegende
Zukunft, wo wir in gedeihlicher Zusammenarbeit mit den anderen örtlichen
Vereinen unsere weitere Vereinstätigkeit der segensreichen Arbeit
des Sports und zum Wohle unserer Gemeinde verrichten wollen.
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Festbankett
zum 75-jährigen Vereinsjubiläum
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Schriftführerbuch vom 08.06.1930 - 24.3.1935
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Schriftführerbuch vom 11.05.1946 - 09.05.1954
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